FDP-Stellungnahme zum REK

Räumliches Entwicklungskonzept (REK) Rüschlikon Stellungnahme der FDP Rüschlikon

FDP Rüschlikon, 25. August 2022

 

Sehr geehrter Gemeinderat Rüschlikon

Die FDP Rüschlikon bedankt sich für die Einladung sowie die Fristverlängerung zur Stellungnahme zum Räumlichen Entwicklungskonzept (REK) Rüschlikon. Wir haben uns ausführlich mit dem vorliegenden Konzept beschäftigt. Die Teilnahme von Hochbau- und Planungsvorsteherin Romaine Marti sowie Michael Camenzind, Experte von SKW, an unserer Online-Informations- und Fragerunde zum REK wird sehr geschätzt und hat uns ermöglicht, die Inhalte des vorliegenden REK einzuordnen.

Die FDP Rüschlikon begrüsst es, dass der Gemeinderat die künftigen Herausforderungen der räumlichen Entwicklung von Rüschlikon identifiziert, die anstehenden Herausforderungen benennt und Ziele als Wegweiser für die künftige Entwicklung formuliert. Damit legt er die konzeptionelle Basis für die Revision der Richt- und Nutzungsplanung sowie für weitere Projekte.

Die FDP Rüschlikon teilt die Einschätzung, dass folgenden Herausforderungen im Rahmen der anstehenden Revision der Bau- und Zonenordnung mit geeigneten Massnahmen begegnet wird:

- Erhalt des attraktiven Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsstandortes

- Siedlungsentwicklung in der heutigen Bauzone massvoll steuern

- Abgestimmte und ressourceneffiziente Siedlungs- und Verkehrsentwicklung

- Erhalt der parkartigen Durchgrünung in den Wohnquartieren und aufenthaltsfreundlich gestaltete Freiräume in dichten Wohnquartieren

- Erhalt der Grün- und Naherholungsräume

- Fördern von Massnahmen zur Klimaanpassung, wie Schonen oder Ersetzen des Baumbestandes, Fördern der Biodiversität sowie Erhalt der Qualität der Gewässer und des Wassermanagements.

Zu den einzelnen Zielen haben wir nachfolgend einige Hinweise.

«Rüschlikon entwickelt sich massvoll und trägt dem parkartigen Charakter und den identitätsstiftenden Bauten Sorge»

Aufgrund der Legende auf Seite 4 kann der Eindruck entstehen, dass ein umfangreicher Bestand an Bauten vor 1925 erhalten werden soll. Wir verweisen diesbezüglich auf das aktuelle Inventar der schützenswerten Bauten, welches bereits vorliegt. Die Legende ist anzupassen, so dass die Kategorisierung nach Jahrgang nicht mit der Schutzwürdigkeit einer Baute verknüpft wird.

«Differenziert weiterbauen und wertvolle Strukturen erhalten»

Wir teilen die Ziele auf Seite 6 einer Siedlungserneuerung, welche bezüglich Massstäblichkeit und Volumetrie in die gewachsenen Strukturen und Nachbarschaft im Ortskern und in den zentrumsnahmen Quartieren passt. Auch eine Durchgrünung, eine hohen Aufenthaltsqualität sowie eine Minderung der Überwärmung sind anzustreben. Wir weisen jedoch darauf hin, dass einige Ziele missverständlich formuliert sind: Private Freiräume und private Vorzonen sind Privateigentum und nicht öffentlich zugänglich. Die entsprechenden Spiegelpunkte sind so zu formulieren, dass nicht der Eindruck entsteht, private Räume seien künftig gemeinschaftlich für die Öffentlichkeit nutzbar resp. öffentlich zugänglich zu machen.

«Ortsbildprägende Quartierstrukturen beachten»

Wir unterstützen die Absicht, dass die Siedlungserneuerung – wie bereits auf Seite 6 formuliert – bezüglich Massstäblichkeit und Volumetrie in die gewachsenen Strukturen und Nachbarschaft hineinpassen soll. Mit welchen Instrumenten dies in der Bau- und Zonenordnung geregelt werden soll, ist im weiteren Planungsprozess zu prüfen. Neben den Quartiererhaltungszonen sind im Rahmen der BZO auch weitere Regelungen zu prüfen, welche zur Umsetzung der Ziele geeignet sein können.

Wohnen am Hang: «Offene Bauweise und hohe Durchgrünung erhalten»

Die Zielsetzung einer lockeren, durchlässigen Bebauungsstruktur in der heutigen niedrigen bis mittleren Dichte unter Berücksichtigung der Topografie der Hanglage wird unterstützt.

Der zweitletzte Aufzählpunkt «Platzartige Quartierfreiräume schaffen» ist zu streichen: Es ist unklar, wo oder in welcher Weise dies umgesetzt werden soll und weshalb – im Gegensatz zum Zentrum - im locker bebauten, durchgrünten Hang zusätzliche Quartierfreiräume geschaffen werden sollen.

«Handlungsempfehlungen und Schwerpunktthemen»

Im Hinblick auf die Revision der Nutzungsplanung unterstützt die FDP die folgenden Schwerpunktthemen (im Sinne von Zielsetzungen, vgl. Seite 12):

- Parkartige Begrünung sicherstellen

- Am See zurückhaltend weiterbauen

- Hohe Wohnqualität am Hang erhalten

- Im Ortskern und den zentrumsnahen Wohnlagen differenziert weiterbauen

- Siedlungserneuerung steuern und Arbeiten auf dem Plateau ermöglichen

- Siedlungs- und Verkehrsentwicklung aufeinander abstimmen

Eine Beurteilung, ob die genannten Prüfaufträge (Massnahmen) sinnvoll und zielführend sind, respektive ob nicht weitere Massnahmen ebenso effektiv wären, sprengt den Rahmen dieser Vernehmlassung. Wir regen an, die Diskussion dazu mit den Parteien und Interessensvertretern im weiteren Planungsprozess zu führen.

 

Die FDP Rüschlikon bedankt sich für die Gelegenheit zur Stellungnahme und die Berücksichtigung der geäusserten Anliegen.

Mit freundlichen Grüssen Vorstand FDP Rüschlikon

Kopie an: Romain Marti, Gemeinderätin Hochbau / Planung